In dem Artikel von 1866 beschreibt Liebreich die Ergebnisse seiner anatomischen Studien. Normalerweise wird von einer zweiten Schieloperation am selben Auge abgeraten, da dann das Ergebnis unberechenbar sei. Dies liegt an der Narbenbildung nach der ersten Operation. Gleichzeitig wird der Effekt der ersten Operation durch die festen Verwachsungen des Muskels mit der Conjunctiva begrenzt. Respektiert man diese nicht, so droht zum Beispiel eine Entstellung. Liebreich modifizierte die OP in der Art, dass er die Conjunctiva mit einer Pinzette fasste und einen Schnitt setzte. So konnte er im Zwischenraum die Conjunctiva vom Muskel freipräparieren und mehr Spielraum gewinnen. Die Conjunctiva erhielt am Ende der OP eine kleine Sutur.
Vorheriger Text, S. 296–297
Liebreich, Richard (1866): Eine Modification der Schieloperation. In: Archiv für Ophthalmologie, Bd. 12, Abth. II, S. 298–307.
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