Der Autor hat bei frisch operierten Augen, vornehmlich Operierte mit convergierenden Schielen, eine Beobachtung aufgestellt. Die Augen sollen den Finger des Arztes fixieren. Dann wird das nicht operierte Auge mit der Hand verdeckt. Doch statt einer Bewegung des operierten Auges in die korrekte Position, erfolgt eine überschießende Bewegung, ehe das Auge gewissermaßen sich zurückbewegt. Alfred Graefe erklärt sich dies mit der Gewöhnung des Auges, da vor der Operation mehr Kraft nötig gewesen wäre und nun, nach der Operation, die Bewegung sich noch nicht den neuen Verhältnissen angepasst hat.
Vorheriger Text, S. 205–210
Graefe, Alfred Karl (1859): Ueber eine eigenthümlich pendelnde Bewegung bei Fixationsversuchen frisch operirter schielender Augen. In: Archiv für Ophthalmologie, Bd. 5, Abth. II, S. 211–215.
https://www.graefe-register.org/de/texte/100